Während Ärzte in Deutschland für bessere Bezahlung streiken und sich über das marode Gesundheitssystem ärgern, gibt es in anderen Ländern gut bezahlte Stellen, die nicht besetzt werden können. Immer mehr deutsche Ärzte überlegen sich daher, zumindest für eine Weile in einem anderen Land tätig zu sein. Doch nicht nur Ärzte sind gefragt; die Unterversorgung in anderen Ländern betrifft beinahe alle Pflege- und Heilberufe, so dass nicht nur Ärzte eine Chance haben. Besonders in Schweden sind die Nachwuchssorgen so groß, dass auch ausländische Krankenschwestern und Pfleger gerne angeworben werden. Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass neben der relativ guten Bezahlung auch die Lebenshaltungskosten in Skandinavien höher sind als in Deutschland. Unter dem Strich sind jedoch die meisten Auswanderer in medizinischen Berufen mit ihrem Einkommen dort sehr zufrieden.
Wer sich zutraut, in einem anderen Land zu arbeiten und zu leben, für den sind solche Perspektiven eine gute Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln. Weg vom Stress deutscher Kliniken schätzen viele Ärzte die ländliche Atmosphäre und die unkomplizierten Gesundheitssysteme, wie es sie beispielsweise in Schweden gibt. Zwar gibt es auch hierzulande einen Mangel an Landärzten, doch ist der Knackpunkt in Deutschland meist die schlechte Bezahlung. Schweden und andere Länder locken ausländische Ärzte hingegen mit guten Gehältern und geregelten Arbeitszeiten. Doch auch der Spaß an der Herausforderung einer medizinischen Tätigkeit beispielsweise in Afrika bringt viele junge Mediziner an das Thema heran.
Sollte man sich frühzeitig mit dem Gedanken beschäftigen, ist es ratsam, bereits während der medizinischen Ausbildung eine Weile im Ausland zu verbringen. So lernt man die Gesundheitssysteme anderer Länder kennen, ohne gleich eine Entscheidung fürs Leben zu treffen. Gleichzeitig sammelt man wertvolle Erfahrungen, die bei einer späteren Bewerbung den Ausschlag geben könnten. Dass hierbei das Beherrschen einer Fremdsprache notwendig ist, dürfte auf der Hand liegen. Besonders Englisch ist in den meisten Ländern gefragt, doch auch Französisch oder Spanisch sind zunehmend von universeller Bedeutung. Dies gilt vor allem für solche Ärzte, die über internationale Organisationen ins Ausland vermittelt werden, die in afrikanischen oder asiatischen Ländern tätig sind. Hier sind die Verdienstmöglichkeiten natürlich nicht so gut wie in Schweden und anderen vergleichbaren Ländern, doch die Vielseitigkeit der Herausforderungen macht dies für viele engagierte Menschen in Heilberufen wieder wett.