Aufschwung erreicht Stellenmarkt

Auch in Regensburg scheint die Wirtschaftskrise recht gut überwunden zu sein. Im Zukunftsatlas 2011 belegt die Stadt an der Donau den elften Platz und konnte sich damit vor Städte wie Stuttgart platzieren. Auch für den Stellenmarkt dürfte dies gute Aussichten bedeuten. Die allgemeine Arbeitslosigkeit geht zurück und erstmals seit der Wiedervereinigung haben in Deutschland weniger als drei Millionen Menschen keine Arbeit. Diese Zahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass es auch viele statistische Spielereien gibt und neue Jobs in erster Linie auf dem Sektor der Leiharbeit entstehen. Doch der Unterschied zu fünf Millionen noch vor ein paar Jahren lässt sich sicherlich nicht nur mit statistischen Tricks der Regierung erklären.


Wirtschaftskrise überwunden?

Nach Ende der Wirtschaftskrise haben vor allem mittelständische Unternehmen wieder volle Auftragsbücher und kommen mit der Produktion kaum hinterher. Sogar von satten Lohnsteigerungen ist inzwischen die Rede, da der Aufschwung der allgemeinen Wirtschaft weit höher ausfällt als von den Wirtschaftsexperten noch vor einem Jahr erwartet wurde. Bei den offenen Stellen machte sich dies auch umgehend bemerkbar. Die Wirtschaftszweige, die am stärksten von der Krise betroffen waren, scheinen sich auch am schnellsten zu erholen. Allen voran die Autozulieferer, die von der gestiegenen Nachfrage stark profitieren. Manche Autohersteller verzeichnen sogar Wartezeiten für ihre Kunden und kommen mit der Auslieferung nicht nach.

Leiharbeit verbreitet sich immer mehr

Wer aber nun erwartet, dass feste Stellen wieder öfter vergeben werden, sieht sich getäuscht. Der bereits erwähnte Leiharbeit-Sektor dominiert den Stellenmarkt. Besonders kritisiert wird diese Form der Beschäftigung auch deshalb, weil Menschen mit der gleichen Qualifikation die gleiche Arbeit im selben Betrieb ausüben wie fest angestellte Mitarbeiter, aber weit schlechter bezahlt werden. Aufgrund der hohen Abgabenlast, die sich besonders auf Geringverdiener auswirkt, kommt unter dem Strich immer weniger heraus – trotz vieler Arbeitsstunden und Extraschichten.

Befristete Stellen sind inzwischen die Regel

Nichtsdestotrotz scheint der Stellenmarkt sowohl in Regensburg als auch in vielen anderen Städten zusammen mit dem Überwinden der Wirtschaftskrise in Bewegung zu geraten. Firmen investieren wieder in neue Standorte, was lokal neue Jobs schafft. Kaum zu ändern scheint sich jedoch der inzwischen übliche Brauch, Angestellte nur noch befristet einzustellen. Zusammen mit der Probezeit, die mittlerweile fast überall sechs Monate beträgt, haben Arbeitnehmer immer öfter Probleme, trotz eines soliden Jobs noch Kredite zu bekommen. Befristete Arbeitsverhältnisse sind bei Banken nicht gerne gesehen und sorgen fast immer für eine Ablehnung einer Kreditanfrage oder zumindest für höhere Zinsen. Hier Abhilfe zu schaffen ist Sache der Politik, doch auch die Arbeitgeber könnten mit einer besseren Ausgestaltung der Verträge ihren Arbeitnehmern entgegenkommen.

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