Busfahrer – ein Traumberuf ?

Traumberuf hinter dem Steuer? Busfahrer tragen viel Verantwortung - doch wird dies auch entsprechend entlohnt?

Früher galten Berufe wie Lokführer, Busfahrer oder Straßenbahnfahrer als Traumberufe vieler Kinder. Auch heute sind nicht wenige beim Spiel mit der Spielzeugeisenbahn entschlossen, einen solchen Beruf zu ergreifen. Busfahrer und Straßenbahnfahrer galten als unkündbar und gut abgesichert. Diese Zeiten sind vorbei.

Dumpinglöhne zunehmend Realität

Mit der zunehmenden Privatisierung des öffentlichen Nahverkehrs haben private Firmen den Betrieb und die Organisation in vielen Städten übernommen. Obwohl die Linienbusse noch immer im Namen der Stadt fahren und oftmals auch Verträge mit den örtlichen Verkehrsbetrieben bestehen, fahren die Busfahrer meist für externe Busunternehmen. Für die Städte ist das bequem, denn sie zahlen nur einen vereinbarten Preis an die Busunternehmen. Wie die dann mit dem Geld auskommen und den Betrieb gewährleisten, ist deren Problem. Tarifverträge existieren in vielen Städten kaum noch, und wenn, sind die zu erzielenden Löhne eher gering im Vergleich zur Stundenlast. Speziell im Bereich der Schulbus-Linien werden nicht selten sogar Dumpinglöhne gezahlt, die früher undenkbar waren.

Externe Busunternehmen profitieren

Auf dem Papier sehen die Verdienste gar nicht so schlecht aus. Am meisten kann ein Busfahrer demnach in Regensburg verdienen. Durchschnittlich 2.157 Euro brutto sind hier drin. Allerdings handelt es sich hierbei um Tariflöhne, die für die öffentlich Beschäftigten gelten. Die Busunternehmen bleiben oft unter diesen Löhnen oder strecken sie auf derart viele Stunden, dass der Busfahrer mit sechs bis acht Euro in der Stunde nach Hause geht. Und das inklusive der Frühdienste, Nachtfahrten, Sonn- und Feiertagsarbeit, ohne deren Zuschläge noch weniger ausgezahlt würde. Während in Regensburg ein Streik zu Beginn des Jahres für bessere Verhältnisse sorgen sollte, kommen meist nur die gewerkschaftlich organisierten Fahrer der Verkehrsbetriebe einer Stadt in den Genuss der vollen Leistungen. Die Busfahrer, die von externen Busunternehmen beschäftigt werden, sind auf sich gestellt.

Arbeitsagentur bezahlt oftmals die Ausbildung

Rekrutiert werden viele neue Busfahrer aus dem Heer der Arbeitslosen. Mit der Aussicht auf eine feste Anstellung bezahlt die Agentur für Arbeit nicht selten die komplette Ausbildung für den Busführerschein. Anschließend können die Busunternehmen dann den Nachwuchs auf ihren Buslinien einsetzen. Somit haben sie auch kein Problem damit, wenn altgediente Busfahrer angesichts der schlechten Bezahlung den Dienst quittieren- der nächste wartet schon in den Startlöchern.

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