
"7000 Euro monatlich in Heimarbeit" - bei Zeitungsanzeigen in diesem Stile ist absolute Vorsicht geboten.
Die Frage ist so alt wie die Jobsuche an sich. Viele suchen einen einfachen Nebenverdienst, mit dem sie die eigenen Finanzen aufbessern können. Dabei sind solche Angebote, die in Heimarbeit zu verrichten sind, sehr gefragt. Hier kann man sich die Zeit meist selbst einteilen und muss das Haus nicht verlassen.
Vorsicht ist geboten bei Zeitungsanzeigen im Stile von “7000 Euro monatlich in Heimarbeit”. Solche Angebote sind so gut wie immer völlig unseriös. Im schlimmsten Fall -und das ist die Regel- zahlt der vermeintliche Nebenjobber drauf. Solche Angebote unterscheiden sich kaum von Kettenbriefen und basieren nicht selten auf Pyramidensystemen, bei denen man weitere “Mitarbeiter” werben muss, um Geld zu verdienen. Hier verdient immer nur der Erfinder dieser Systeme. Zudem ruinieren viele Menschen ihre persönlichen Beziehungen zu Freunden und Verwandten, die sie angeworben haben.
Andere “Stellenangebote” laufen darauf hinaus, quasi ein selbstständiger Subunternehmer zu sein, der keinen wirklichen Nebenjob bekommt, sondern nur auf eigene Gefahr und Risiko arbeitet. Hier sind zwar durchaus Verdienste möglich, doch sämtliche Lasten sind auf den Nebenjobber abgewälzt. Da man für diese Stellen fast immer ein Gewerbe anmelden muss, sollte man ohnehin vorsichtig sein, da sich hieraus weitere Pflichten und Probleme steuerrechtlicher Art ergeben können. Für manche Menschen kann eine solche Tätigkeit sogar nachteilig sein. Meldet beispielsweise ein Bezieher einer Erwerbsunfähigkeitsrente ein Gewerbe an, kann dies in der (auch nachträglichen) Entziehung der Rente münden. Ein solches Risiko sollte man nicht eingehen. Grundsätzlich gilt: Immer Hinzuverdienstgrenzen und mögliche Steuerpflicht beachten.
Durchaus brauchbar sind sogenannte “Clickworker”-Jobs, wo man für das Schreiben von kurzen Texten eine Vergütung erhält. Hierfür muss man zunächst kein Gewerbe anmelden, sondern kann sich bei einem der einschlägigen Portale registrieren (z.B. Textbroker.de). Obwohl die Verdienste relativ gering sind, kann man bei entsprechender Befähigung durch viele Aufträge durchaus einige hundert Euro im Monat verdienen- ohne eigene Kosten. Allerdings muss man auch hier die Steuerpflicht beachten. Positiv ist, dass auch frei verhandelbare Direktaufträge von Kunden möglich sind. Speziell für Studenten und Bürokräfte sind solche Schreibaufträge eine einfache und schnelle Möglichkeit, von zu Hause aus etwas zu verdienen. Realistischerweise wird man von solchen Aufträgen aber nicht wirklich den Lebensunterhalt bestreiten können. Doch das ist bei einem Nebenjob ohnehin nie der Fall.